Schweißen extrem: Wenn die Temperatur zur Prüfung wird.

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TÜV AUSTRIA zeigte beim Tag der Schweiß- & Prüftechnik, wie sich Schweißen bei -40 bis +40 Grad anfühlt – und warum extreme Temperaturen die Werkstoffeigenschaften verändern.

Zwei tätowierte Arme in Nahaufnahme. Es ist daselbe Tattoo mit der Aufschrift: Welding X-treme.Schloss Seggau in der Totale an einem trüben Wintertag.Ein Mann und eine Frau im Businessautfit im Schloss Seggau vor einem Aufsteller. Sie lächeln in die Kamera.Ein mit Menschen gefüllter Vortragssaal. Einige der Teilnehmer:innen haben die Hand gehoben.Ein Mann mit kurzen Haaren und blauem Anzug auf einem Podium. Er spricht in ein Mikro.Ein Mann im dunklen Anzug und mit kurzen Haaren mitten im Vortrag.Menschen im Saal, Halbtotal. Sie lachen über etwas, was gesagt wurde.Eine gemischte Frauen- und Männergruppe in Businessoutfits steht vor einer Leinwand mit der Aufschrift: Tag der Schweiß- und Prüftechnik. Sie lächeln in die Kamera.Ein Mann mit Brille und dunklem Anzug erklärt auf dem Podium etwas.Ein Mann mit kurzen, dunklen Haaren und einem dunklen Anzug hält einen Vortrag auf einer Bühne.Eine Frau mit blonen, langen Haaren und einem dunklen Business-Outfit hat den rechten Arm als Aufforderung erhoben.Stilleben von einer Menükarte, Schalen mit Kürbiskernen und Käse, Pfeffermühlen und Kürbiskernöl.3 Frauen im Businessoutfit stehen um einen Stehtisch herum und lachen. 3 Männer und eine Frau basteln an einer Lego-Baustelle, die auf einem Tisch steht.Ein Mann mit Mikro steht auf der Bühne. Hinter ihm läuft ein Video auf einer Leinwand. Es zeigt ein Gebäude mit der Aufschrift 'TÜV AUSTRIA'.Leute im Saal sehen sich auf der Bühne das Video auf der Leinwand an. Zu sehen sind 5 Menschen, die sich unterhalten.3 Männer stehen auf einer Bühne. Mit dem Rücken zur Kamera steht ein vierter Mann mit 'TÜV AUSTRIA Jacke. Die Männer reden miteinander.3 Männer stehen vor einem Tisch, auf denen Werkstücke und Werbematerial liegt.Ein Mann mit Brille und dunklem Pullover redet auf dem Podium.Eine blonde Frau redet auf einer Bühne und hält Moderationskärtchen in der Hand.Ein Mann mit Bart und Brille redet in ein Mikrofon.Gruppenbild von 30 Leuten, die in die Kamera lächeln.Ein Mann mit Brille und eine blonde Frau stehen hinter einem Stehtisch mit Mikros in der Hand. Sie tragen gesponserte T-Shirts mit Markenaufschriften.Ein schwarzes Rennauto mit gelben Streifen der TU-Wien. Ein Mann mit Brille sitzt im Auto, zwei Frauen und ein Mann knien daneben und lächeln in die Kamera.Eine Gruppe von Leuten grübelt vor einer Videowall. Darauf steht die Frage: Warum ist Vorwärme bei gewissen Stählen wichtig?Eine Gruppe von Männern und Frauen mit Goodiebags des TÜV AUSTRIA lächeln in die Kamera. Einige haben das Daumen-hoch Zeichen geformt.Ein Mann im schwarzen Anzug steht vor einer Videowall, auf der eine Seilbahn in den verschneiten Bergen gezeigt wird.Ein Mann mit Brille erklärt mit ausladender Gestik etwas.Ein Mann mit weißen Haaren und Brille spricht in ein MikroEin Mann mit kurzen, dunklen Haaren spricht in ein Mikro.Eine blonde Frau mit Brille hebt den Daumen der rechten Hand und zeigt gleichzeitig den Handrücken der linken Hand. Darauf ist ein Tattoo mit der Aufschrift Welding X-treme.

Schweißen ist ein komplexer Prozess, der Präzision und Erfahrung erfordert – aber selten denkt man daran, wie sehr Temperaturen diesen Prozess herausfordern können. Beim Tag der Schweiß- & Prüftechnik der TÜV AUSTRIA Akademie führte der Vortrag „Schweißen unter Extrembedingungen“ das Publikum genau dorthin, wo Technik, Mensch und Material an ihre Grenzen gehen: in die Umweltsimulationskammern des TÜV AUSTRIA.

Wer glauben möchte, dass Schweißen immer gleich abläuft, hat noch nie beobachtet, wie der Lichtbogen -40 °C kalten Stahl schmelzen kann oder wie eine Schweißmaske bei +40 °C zur persönlichen Sauna mutiert. Die Live-Schaltung in die Klimakammern zeigte eindrucksvoll, wie Werkstoffe reagieren, wenn das Thermometer verrückt spielt – und welche Erkenntnisse sich aus Schweißnähten gewinnen lassen, die unter diesen Extrembedingungen entstanden sind.

Präzision unter Frost und Hitze

Der Vortrag verdeutlichte, wie aufwendig die Vorbereitung ist, um Vergleichsschweißungen aussagekräftig zu machen. Ob manuell oder mit dem modernen Velo-Schweißverfahren von Fronius – konstante Parameter sind entscheidend: gleichbleibende Schweißgeschwindigkeit, stabiler CTWD (Kontaktrohr Werkstückabstand), identische Lichtbogenlänge.

Aber was passiert, wenn die notwendigen Umgebungsbedingungen nicht stimmen?

  • weggeblasenes Schutzgas,
  • Kondenswasser im Brennerschlauchpaket,
  • fehlerhafte Nähte, sichtbar durch die visuelle Prüfung, Magnetpulverprüfung und Computertomographie (iCT).

Nach Fehlerkorrektur und Wiederaufnahme des Versuchs wurden sämtliche Nähte professionell geprüft und dokumentiert.

Was sich im Inneren abspielt

Die zerstörenden und zerstörungsfreien Prüfungen zeigten deutlich: Temperatur verändert die Werkstoffeigenschaften.

Bei niedrigen Temperaturen:

  • höhere Härtewerte,
  • höherer Martensitanteil (ein sehr harter Gefügebestandteil),
  • geringere Zähigkeit.

Bei hohen Temperaturen:

  • höhere Zähigkeit,
  • geringere Härte,
  • langsamere Abkühlzeiten (t8/5-Wert steigt, also jene Zeit, in der der Werkstoff von 800 auf 500 °C abkühlt – entscheidend für die Gefügeausbildung).

Die Mikroskopaufnahmen machten sichtbar, wie Ferrit, Perlit, Bainit oder Martensit in unterschiedlicher Ausprägung entstehen – je nach Temperaturbedingungen.

Schweißen im Klimastress
In der Klimakammer des TÜV AUSTRIA wurde klar: Temperaturen sind nicht nur ein technischer Parameter – sie sind ein körperliches Erlebnis.

Bei -40 °C wirkt die Kälte wie ein stiller Gegenspieler. Jeder Funke erscheint heller, jeder Handgriff steifer. Die Gedanken sind schneller eingefroren als manche Materialien.
Bei +40 °C wiederum zieht sich die Hitze wie ein schwerer Mantel über den Körper, die Schweißmaske wird zur Sauna.

Die Vortragenden – Martin Willinger (Fronius), Michael Jagschitz und Andreas Polt (TÜV AUSTRIA) – nahmen das Publikum mit auf eine Erfahrungsreise, die zeigte: Wer hier schweißt, ist nicht nur Handwerker, sondern auch ein kleines bisschen Überlebenskünstler.

Über den Tag der Schweiß- & Prüftechnik
Der TÜV AUSTRIA Tag der Schweiß- & Prüftechnik ist einer der wichtigsten Branchentreffs für Expert:innen aus Werkstoff‑, Schweiß‑ und Prüftechnik. Er bietet gleichermaßen Weiterbildung, Praxisnähe und Vernetzung. Neben dem Highlight-Vortrag „Schweißen unter Extrembedingungen“ erwartete die Teilnehmenden ein vielseitiges Programm mit Themen wie:

  • Die neue Bauprodukte-Verordnung
  • Der Entwurf der EN ISO 9606
  • Health & Safety in der Schweißtechnik
  • Hartlöten und typische Lötfehler
  • Künstliche Intelligenz in der Schweißtechnik
  • AI 4 NDT – KI in der zerstörungsfreien Prüfung
  • Bauteilprüfungen im Seilbahnbau
  • Innovative Pipeline Weld Inspection (engl.)
  • Schäden an Druckgeräten – ein Inspektor berichtet
  • Reparatur einer Rohöldestillationskolonne
  • Abendveranstaltung mit Keynote: Engineering on the EDGE

Der Expertentag fand von 29. bis 30. Jänner 2026 im Schloss Seggau statt und richtete sich an Fachleute aus Industrie, Anlagenbau, Prüfwesen und Technik – ebenso wie an Interessierte, die die Zukunft der Schweißtechnik live erleben möchten.

Bilder: (c) Marko Kovic

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P: +43 (0)5 0454-8000
E: academy@tuv.at

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